Hansmartin Kleine-Horst: 02293-902634 | info(a)gehoerbildung-musiktheorie.de
Header Gehörbildung-Musiktheorie 2025

Wie zählt man einen Rhythmus aus?

Der Rhythmus spielt in der Musik eine genauso wichtige Rolle wie die Melodie, die Harmonie und der Klang. Es ist unbedingt erforderlich, einen bewussten Überblick über rhythmische Strukturen zu haben.

Halbierung der Zeit

Vorherrschend ist am Anfang vor allem ein Gefühl für die Halbierung der Zeit:

Ganze – Halbe – Viertel – Achtel – Sechzehntel etc.

Wenn man diese Zeithalbierung verstanden hat und rhythmisch umsetzen kann, sind die meisten Musikstücke gut zu bewältigen.

Eine Besonderheit bildet die Dreiteilung der Zeit – die Triolen. Der Umgang mit diesen Zeitverhältnissen sollte jedem vertraut sein.

Als Kontrolle beim Üben eignet sich am besten ein Metronom (auch als App). Zudem ist es wichtig zu lernen, auf das Metronom bzw. später auch auf andere Mitmusiker zu hören, während man selbst spielt. Für viele stellt dies ein Problem dar, das man aber frühzeitig angehen muss.

Lautes, bewusstes Zählen

Das laute (bewusste) Zählen beim Instrumentalspiel sollte jeder Musikschüler beherrschen. Daher muss es geübt werden. Es ist anfangs nicht leicht, diese rhythmische Unabhängigkeit zwischen Spielen und Zählen zu erlangen.

Wenn man jedoch einmal bei einfachen Rhythmen das Prinzip des Zählens verinnerlicht hat, fällt es danach auch nicht mehr so schwer, rhythmisch schwierigere Passagen – z. B. Synkopen – zu meistern.

So werden die Notenwerte gezählt:

zaehlen1

Die vollen Zählzeiten (1 – 2 – 3 – 4) werden immer gezählt, auch wenn die vorige Notenlänge noch gehalten wird. Die Hilfszählzeiten bei Achteln, Triolen und Sechzehntel werden nur mitgezählt, wenn sie gebraucht werden.

Beispiele:

zaehlen2

Vierteltriolen, Achteltriolen und Duolen

Hier sieht man die zeitliche Aufteilung von Vierteltriolen und Achteltriolen auf normale Achtel:

Vierteltriolen und 3 gegen 2

Vierteltriolen könnte man also zählen (rot): + die 2 die + die 4 die 

Bei „3 gegen 2“ – also drei Triolenachtel auf zwei normale Achtel – ein spieltechnisches Problem gerade für Klavierspieler – kommt das zweite normale Achtel genau zwischen das zweite und dritte Triolenachtel.

Wenn man die Triolen einfach mit 1 – 2 – 3 (Walzer …) zählen würde, käme das zweite normale Achtel immer auf die 2+ – also 1  2 3

Das erste Umsetzen ist so zunächst nicht schwer. Anschließend muss man rhythmisch jedoch wieder die beiden normalen Achtel als Grundrhythmus erleben, auf denen die triolischen Achtel liegen – und nicht umgekehrt.

Das umgekehrte Erleben wäre 2 gegen 3 – das ist dann eine Duole.

Hier ein 6/8-Takt – also ein Takt mit normalen Dreier-Zähleinheiten (keine Triolen!) – und darunterliegenden Achtel-Duolen (daher wird eine 2 kursiv darüber gesetzt):

Duole

 Die Duolenzeiten zählt man dann ganz einfach: 1  2 3 4  5 6

 

 Hier noch ein Beitrag zu alternativen Zählweisen bei Triolen:
Alternative Triolen-Zählweise

Synkopen

Synkopen entstehen, wenn Töne oder Akkorde auf einer unbetonten Zählzeit gespielt werden und auf der darauf folgenden eigentlich natürlich betonten Zählzeit weiter gehalten werden.
Die nicht gespielte natürliche Betonung wird auf die Synkope übertragen und sogar noch verstärkt. 
Dadurch werden Synkopen immer betont oder sogar akzentuiert!

Synkope

 

 Wenn Du jetzt das Auszählen von Rhythmen üben möchtest, gehe auf die folgende, ausführlichere Seite (einige Erklärungen wiederholen sich hier …):

https://gehoerbildung-musiktheorie.de/rhythmik-notenwerte-und-takt-zahlen-lernen/

Dort findest Du aber ein Lehrvideo und Links zu Übungen mit Lösung – notiert und auditiv als MP3.