...
Hansmartin Kleine-Horst: 02293-902634 | info(a)gehoerbildung-musiktheorie.de
Header Gehörbildung-Musiktheorie 2025

Intervalle hören lernen als Basis für das Gehörbildungstraining

Intervalle hören lernen als Basis des gesamten Gehörbildungstrainings zu verstehen, ist nach meiner Erfahrung der entscheidende erste Schritt. Wer Intervalle sicher erkennt, kann auch die anderen Stufen der Gehörbildungsübungen (außer dem Hören von Rhythmen) deutlich leichter bewältigen.

  • In Bezug auf Mehrtonfolgen, Tonleitern (Skalen) und Melodien dürfte das jedem verständlich sein. Doch auch für Dreiklänge, Umkehrungen und die weiteren Mehrklänge gilt dasselbe! Die Lage und Umkehrung von Dreiklängen wird man hörend, nachsingend erkennen können, bis irgendwann der Gesamtklang direkt erfassbar wird.
  • Die beiden Tongeschlechter Dur und Moll erfährt man wohl eher direkt als Zusammenklang von „fröhlich, hell, freundlich, heiter“ (für Dur) und „traurig, dunkel, melancholisch, dramatisch“ (für Moll), wenn man hier sprachliche Allgemeinplätze benutzt. Die emotionale Wirkung von Dur- und Moll-Dreiklängen ist noch vielseitiger und hängt dann auch noch vom Zusammenhang mit anderen Akkorden, der Melodie und überhaupt dem jeweiligen Stück ab. Natürlich kommen Dreiklänge auch in Melodien und Tonleitern vor und sollten dann auch als „Dreiklang“ (obwohl eingebunden in eine Tonfolge) erkannt werden! (Bei der Gelegenheit kurz: Was ist charakteristisch für eine Dur- oder Molltonleiter? Der erste, dritte und fünfte Ton vom Grundton aus ergeben einen Dur- oder Molldreiklang. Das gilt auch für die sogenannten „Kirchentonarten“!)
  • Um Akkordfolgen und Kadenzen hören zu können, muss man das Intervallhören ebenfalls beherrschen. Denn es ist eine große Hilfe, wenn man vor allem die Intervalle im Bass und gegebenenfalls der Oberstimme erkennt! Dazu kommt hier dann auch ein Gehör für den Gesamtklang, also Dur oder Moll, liegt der Grundton im Bass oder nicht usw. Wer dann noch die innere Stimmführung hören kann: perfekt!

Daher: Intervalle differenziert hören und erkennen zu können, sollte an erster Stelle stehen und ständig geübt werden, bis man sich sicher fühlt. Selbstverständlich können je nach Einschätzung auch schon andere Hörübungen angegangen werden, vor allem das Hören und Notieren von Rhythmen.

Wie kann man Intervalle hören lernen und üben?

Voraussetzung ist das spontane Nachsingen und Im-Kopf-Transponieren von Tönen in jeder Tonlage. Zu tiefe und zu hohe Töne sollten also einfach in einer bequemen Tonlage wiedergegeben werden können. Das muss meist erst einmal geübt werden, hier hilft die Kontrolle durch einen Partner (Lehrer?).

Dann kann man alleine üben, Intervalle von einem auf dem Klavier2 vorgespielten Ton gezielt nachzusingen, erst einmal nur aufwärts, später auch abwärts. Man spielt sich z.B. eine große Terz vor und singt sie nach, aufwärts und auch abwärts. Das wiederholt man mit dieser Terz von verschiedenen Tönen aus, um auch ein Gefühl für den Abstand beim Singen und Hören zu bekommen.

Dann spielt man sich nur noch einen Ton alleine vor und singt den zweiten fehlenden Ton des Intervalls selbst. Das übt man am besten zuerst nur aufwärts, und sollte sich zunächst auf einzelne Intervalle konzentrieren, diese erst einmal sicher von verschiedenen Tönen aus singen können, später auch abwärts. Die Ergebnisse müssen selbstverständlich sofort mit dem Klavier kontrolliert werden!

So erschließt man sich nach und nach auch die anderen Intervalle, aufwärts und abwärts. Wer das dann kann, hat schon sehr viel gewonnen und kann stolz sein!

Bekannte Melodieanfänge nutzen

Für das Intervalle-hören-Lernen kann es anfangs auch eine Hilfe sein, die verschiedenen Intervalle mit bekannten Melodieanfängen zu verknüpfen. Hier scheiden sich die musikalischen Geister. Ich halte es anfangs aber durchaus für ein hilfreiches Mittel!

Hier findet man eine Liste mit möglichen Verknüpfungen:

https://gehoerbildung-musiktheorie.de/intervalle-horen-uben-und-erkennen-durch-bekannte-melodieanfange/

Dann kann man Intervalle auf dem Klavier zusammen anschlagen und zunächst üben, den unteren Ton sicher nachsingen zu können. Den oberen Ton hört man fast immer gut!

Wenn das beherrscht wird, kann man auch simultan erklingende Intervalle in die Einzeltöne zerlegen und benennen. Mit etwas Übung erkennt man dann auch direkt den Zusammenklang. Manchen fällt das sogar leichter.

Drei Klangcharaktere der Intervallzusammenklänge

Es gibt drei Klangcharaktere (Dissonanzgrade) der Intervallzusammenklänge:

Sehr dissonant: Sekunden und Septimen, wobei die Komplementärintervalle kleine Sekunde und große Septime noch dissonanter klingen als die große Sekunde und kleine Septime. Hierzu gehört auch noch der Tritonus (übermäßige Quarte oder verminderte Quinte). Dieser klingt ähnlich dissonant wie die kleine Septime. (Beide kommen im Dominantseptakkord vor und drängen nach Auflösung.)

Harmonisch, wohlklingend, voller: Terzen und Sexten.

Leer, ruhig, zum Einklang verschwimmend: Oktaven (Primen), Quinten und Quarten (etwas mehr Reibung).

Eine weitere gute Übung ist es, Intervalle blind in weiter Lage auf dem Klavier einzeln oder zusammen anzuschlagen und das Intervall zu benennen. (Hier haben Nichtpianisten Vorteile, da Pianisten eventuell den Abstand durch das Spielgefühl erkennen könnten.)

Nun ist es Zeit, sich Intervalle sukzessiv (nacheinander) und simultan (gleichzeitig) von einer zweiten Person (Lehrer, Bekannter) vorspielen zu lassen, um das eigene Können auch so zu testen und zu trainieren.

Intervalle hören lernen als Basis: mit Audio-Übungen und Aufgaben als MP3-Download

Spätestens jetzt bietet sich ergänzendes Übematerial an, wie die preiswerten Intervall-Übe-Sammlungen als MP3-Downloadprodukte

Intervallhören kann auch auf meiner Webseite https://gehoerbildung-musiktheorie.de/intervalle-hier-horen-uben/ geübt werden, und im Internet findet sich auch Software für weitere Übungen. Ich persönlich bin nicht so ein Freund von den künstlichen, elektrischen Tönen, die solche Software benutzt. Hilfreich ist sie natürlich trotzdem.

Wichtig ist es, dranzubleiben! Wirklich regelmäßig, am besten täglich, Intervalle hören üben!

Das Erkennen von Intervallen ist die Grundvoraussetzung für den Aufbau eines fundierten musikalischen Gehörs und das Beherrschen vieler weiterer Hör-Herausforderungen!

TIPP: Für das gründliche Training ist dieser Online-Kurs „Intervalle hören lernen“ sehr hilfreich!


Online-Kurs Intervalle hören lernen

Intervalle hören lernen

Informiere Dich einfach HIER.

 

Hier nochmal zusammenfassend: Intervalle hören lernen als Basis für alle weiteren Schritte in der Gehörbildung

  • Voraussetzung: Töne in allen Lagen in der eigenen Stimmlage nachsingen können.
  • Die Intervalle trainieren, indem man sie sich, eins nach dem anderen mehrfach intensiv, auf dem Klavier sukzessiv angeschlagen vorspielt und dann erst einmal nur nachsingt, auf- und abwärts. Anschließend sollte das Intervall von verschiedenen Tönen aus nachgesungen werden.
  • Melodieanfänge zu den Intervallen können anfangs als nützliche Gedächtnisstütze dienen.
  • Einen Ton auf dem Klavier spielen und einzelne Intervalle gezielt auf- und später abwärts singen, sofort auf dem Klavier kontrollieren!
  • Intervalle zusammen anschlagen und den unteren Ton nachsingen üben.
  • Intervalle sukzessiv und simultan angeschlagen mit Hilfe vom Lehrer (Bekannten) üben oder auch über diese Webseite oder mit Hilfe von Intervall-Übesammlungen oder Software.
  • Regelmäßig, möglichst täglich üben!
  • Online-Kurs vielleicht am besten absolvieren!

VIEL ERFOLG!


1 Wer noch etwas über die Musiktheorie von Intervallen (Intervalltheorie) wissen möchte, lese diesen Artikel: https://gehoerbildung-musiktheorie.de/musiktheorie/intervallenlehre/

2 Für Gehörbildung und Musiktheorie ist das Klavier am besten geeignet, da man auch gleichzeitig erklingende Strukturen erzeugen kann und muss, z.B. auch für die Harmonielehre.

Online-Kurs "Intervalle hören lernen"

Befasse Dich einmal intensiv mit dem Hören von Intervallen:

Intervalle hören lernen - OnlinekursErst ganz allgemein, dann differenzierter. Singe Intervalle und kontrolliere diese mit den Lösungs-Aufnahmen. Höre und schreibe Intervalle - auch in weiter Lage, bis zur Dezime!

Viele Aufgaben, teils mit Arbeitsblättern, teils mit Hör-Lösungen!

"99 Intervalle" - Hör-Übungen

99 Intervalle - Hör-ÜbungenHör-Übe-MP3  -  "99 Intervalle"
Ideal auch zum Üben für 
unterwegs!

Seraphinite AcceleratorOptimized by Seraphinite Accelerator
Turns on site high speed to be attractive for people and search engines.