Buchtipps zur Musiktheorie und mehr
Wenn Du Dich auf den Eignungstest für ein Musikstudium vorbereitest, wirst Du früher oder später eine Frage stellen, die eigentlich jeder stellt: Welche Bücher soll ich mir besorgen?
Eine berechtigte Frage. Denn der Buchmarkt im Bereich Musiktheorie und allgemeiner Musiklehre ist groß. Nicht alles davon ist gleich gut geeignet, wenn Du konkret auf eine Aufnahmeprüfung hinarbeitest.
Auf dieser Seite findest Du ein paar Buchtipps als meine persönlichen Empfehlungen, sortiert nach Prüfungsbereichen.
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Warum überhaupt Bücher?
Im normalen Instrumentalunterricht kommt Musiktheorie erfahrungsgemäß zu kurz. Das liegt nicht am Lehrer, das liegt schlicht daran, dass die Unterrichtsstunde meist für andere Dinge gebraucht wird.
Die gute Nachricht: Den musiktheoretischen Teil einer Aufnahmeprüfung kannst Du Dir gut selbständig erarbeiten. Das Wissen lässt sich aus Büchern heraus gut erschließen, weil es in großen Teilen um Regeln, Zusammenhänge und Begriffe geht, die Du lesen, nachlesen und für Dich einordnen kannst.
Sinnvoll ist es dabei, nicht nur ein einziges Buch zu lesen. Verschiedene Autoren erklären dieselben Sachverhalte auf unterschiedliche Art. Manchmal erschließt sich ein Begriff beim zweiten Erklärungsansatz plötzlich viel klarer.
Zu den Büchern für Musiktheorie kommt dann noch das eigentliche Üben der Gehörbildung. Wie das ohne Lehrer geht, erkläre ich im Artikel Systematisches Gehörbildungs-Training: So gehst Du es sinnvoll an.
Bücher über Allgemeine Musiklehre
Allgemeine Musiklehre ist das Fundament. Notenschlüssel, Taktarten, Intervalle, Tonleitern, Vorzeichen, Rhythmik: Das alles gehört hierher. Ohne dieses Basiswissen wird Harmonielehre schwer zu greifen, und Gehörbildungsaufgaben lassen sich kaum sauber benennen.
- Wieland Ziegenrücker: ABC Musik – Allgemeine Musiklehre (446 Lehr- und Lehrsätze)
Ein Klassiker. Sehr systematisch aufgebaut, klar in der Struktur. Gut geeignet, wenn Du strukturiert von Grund auf vorgehen willst. - Christoph Hempel: Neue Allgemeine Musiklehre – Mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle
Besonders praktisch: Das Buch enthält Aufgaben zur Selbstkontrolle. Du kannst direkt überprüfen, ob Du das Gelesene auch wirklich verstanden hast. - Hermann Grabner: Allgemeine Musiklehre
Ein älteres, bewährtes Standardwerk. Etwas knapper im Ton, aber kompakt und verlässlich. - Erich Wolf: Die Musikausbildung, Bd. 1 – Allgemeine Musiklehre
Der erste Band einer mehrbändigen Reihe. Angenehm lesbar, gut strukturiert.
Bücher über Harmonielehre
Harmonielehre baut auf der Allgemeinen Musiklehre auf. Hier geht es um Akkorde, Kadenzen, Stimmführung, Funktionstheorie und harmonische Zusammenhänge. Das ist der Teil, der vielen zunächst schwer fällt, weil er abstrakter wirkt.
Mit den richtigen Büchern und etwas Geduld lässt sich aber auch das gut selbst erarbeiten:
- Thomas Krämer: Harmonielehre im Selbststudium
Der Titel sagt es bereits: Dieses Buch ist explizit für das Selbststudium konzipiert. Sehr gut geeignet, wenn Du ohne Lehrer arbeitest. - Thomas Krämer: Praktische Harmonieübungen
Der passende Übungsband dazu. Theorie und Praxis ergänzen sich hier sehr gut. - Erich Wolf: Die Musikausbildung, Bd. 2 – Harmonielehre
Der zweite Band aus der bereits oben erwähnten Reihe. Schließt inhaltlich nahtlos an den ersten Band an.
Bücher über Musikgeschichte
Nicht jede Aufnahmeprüfung fragt Musikgeschichte ab, aber es kommt vor. Vor allem an größeren Musikhochschulen kann ein Partiturausschnitt vorgelegt werden, den Du zeitlich einordnen sollst. Oder es werden grundlegende Kenntnisse über Epochen und Komponisten erwartet.
Zwei kompakte Bücher für einen soliden Überblick:
- Stefan Schaub: Eine kleine Musikgeschichte
Wie der Titel andeutet: kompakt, zugänglich, gut lesbar. Ein guter Einstieg ohne unnötige Längen. - Werner Keil: Musikgeschichte im Überblick
Etwas ausführlicher, dafür aber auch systematischer. Gut geeignet, wenn Musikgeschichte in Deiner Prüfungsordnung ausdrücklich erwähnt wird.
Bücher über Instrumentenkunde
Instrumentenkunde ist in vielen Eignungstests ebenfalls ein Thema: Besetzungen erkennen, Instrumente benennen, Orchestergruppen einordnen.
- Erich Valentin: Handbuch der Musikinstrumentenkunde
Das umfassendere der beiden Bücher. Wenn Du es gründlich angehen willst. - Tarkmann / Kohlmann: Praktische Instrumentenkunde
Kompakter und praxisorientierter. Gut für den Überblick, wenn Instrumentenkunde in Deiner Prüfung nicht im Vordergrund steht.
Bücher reichen nicht für die Gehörbildung
Für den musiktheoretischen Teil des Eignungstests kannst Du Dich mit den oben genannten Büchern prinzipiell wahrscheinlich sehr gut selbständig vorbereiten.
Für die Gehörbildung gilt das so nicht. Gehörbildung lernst Du natürlich nicht durch Lesen, sondern nur durch regelmäßiges Hören und Üben.
Wenn Du konkret weißt, was Dich im Gehörbildungsteil erwartet (Intervalle, Dreiklänge, Tonleitern, Melodiediktate, Rhythmik und mehr), dann überlege Dir, wie Du diese Bereiche gezielt trainieren kannst. Einen methodischen Ansatz für das sichere, hörende Erkennen von Intervallen (als Basis) beschreibe ich im Artikel Intervalle hören: Eine bewährte Herangehensweise.
Darüber hinaus findest Du auf meiner Webseite eine Reihe kostenloser Übungen und Höraufgaben zu den verschiedenen Prüfungsbereichen – und hole Dir meinen „Wegweiser zur Vorbereitung auf den Eignungstest von Musikaufnahmeprüfungen für die Prüfungsteiel „Gehörbildung“ & „Musiktheorie“!
Gutes Weiterkommen!